Hier finden Sie eine Auswahl von Online-Veranstaltungen der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V.
»Die Vereinigung hat das Ziel, die mit der Jugendkriminalität zusammenhängenden Fragen unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen zu erörtern und ihre Lösung zu fördern. Die Vereinigung will Forum für die fachliche, fachpolitische und öffentliche Diskussion in der Jugendkriminalrechtspflege sein.«
[§ 2 Abs. 1 der Satzung]
Restorative Justice mit Jugendlichen – Täter-Opfer-Ausgleich im JGG | Online
Viele Straftaten führen zu Verletzungen von Menschen und Beziehungen. Angebote einer Restorative Justice (RJ) ermöglichen den Beteiligten, den in Zusammenhang mit der Straftat stehenden Konflikt und dessen Folgen selbstbestimmt zu klären. In der Mediation in Strafsachen, die weltweit gängigste RJ-Praktik, geschieht dies unter Einbeziehung von allparteilichen Konfliktvermittler*innen. Diese schaffen hier Raum für Begegnung, Dialog, Verbindung, Wiedergutmachung und vielleicht sogar auch Versöhnung zwischen den Beteiligten.
Anhand von Fallbeispielen wird die praktische Durchführung einer Mediation in Strafsachen veranschaulicht, um wichtige Anknüpfungspunkte für das eigene Handlungsfeld aus der Veranstaltung mitnehmen zu können und die RJ in Deutschland langfristig stärker zu etablieren.
Ziel dieses Einführungsseminars ist daher die Vermittlung von Grundlagenwissen zur Restorative Justice und zum TOA in Deutschland, wobei sowohl Möglichkeiten als auch etwaige Grenzen aufgezeigt werden.
05. Juni 2026 | Anmeldung zur Online-Veranstaltung
33. Jugendgerichtstag an der Universität Kassel unter dem Titel „jugend(ge)recht“
Der Deutsche Jugendgerichtstag ist die zentrale Veranstaltung für alle Berufsgruppen, die im Jugendstrafverfahren tätig sind, mit straffällig gewordenen jungen Menschen arbeiten oder sich wissenschaftlich mit Jugenddelinquenz befassen. Der Jugendgerichtstag schafft Raum für den fachlichen Austausch über zentrale Fragen des Jugendkriminalrechts – mit Blick auf aktuelle Herausforderungen, gesellschaftliche Entwicklungen und die Lebensrealitäten junger Menschen. Sie bietet Gelegenheit, die neuesten wissenschaftlichen Befunde sowie innovative und bewährte Ansätze aus der Praxis kennenzulernen, Projekte zu diskutieren und interdisziplinär in den Dialog zu treten.
Der Titel lenkt den Blick sowohl auf rechtliche Fragen des Jugend(straf)rechts als auch auf die Forderung nach mehr Gerechtigkeit für und aus Perspektive junger Menschen. Wie jugendliches Verhalten verstanden, begleitet und rechtlich bewertet wird – und wie dabei Augenhöhe, Teilhabe und Verhältnismäßigkeit gesichert werden können – steht im Zentrum der Diskussion.
Erwartet werden Teilnehmende aus Justiz, Sozialer Arbeit, Polizei, Jugendstrafvollzug und Wissenschaft. In Arbeitskreisen und Vorträgen werden Themen aus den Bereichen Jugendkriminalität, Jugend(straf)recht und Jugendhilfe aufgegriffen – stets mit dem Ziel, einen gerechten und verantwortungsvollen Umgang mit straffällig gewordenen jungen Menschen zu fördern.
24. bis 27. September 2026 | Tagungsprogramm und Anmeldung
Psychische Störungen in Haft bzw. unter Straftäter*innen | Online
Bei straffälligen Jugendlichen beobachten wir vielfach psychische Störungen, die nicht selten mit ihren Delikten in ursächlicher Verbindung stehen. Besonders unter den Bedingungen einer Inhaftierung entwickeln sich diese Störungen oft ungünstig und führen zu weiteren Problemen (z.B. selbstschädigendes und suizidales Verhalten aber auch Verfestigung und Steigerung von Risikofaktoren für künftige Straffälligkeit).
Im Rahmen des Seminars werden kurz häufige psychische Störungen bei jungen StraftäterInnen vorgestellt (v.a. Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen und schizophrenieforme Erkrankungen) und vor ihrem Entstehungshintergrund diskutiert. Dabei werden insbesondere die schädigenden Bedingungen einer Inhaftierung vorgestellt.
05. bis 06. Oktober 2026 | Anmeldung zur Online-Veranstaltung
Die „Nebenfolgen“ im Jugendstrafrecht – mehr als Sozialstunden und Anti-Gewalt-Training | Online
Außer den Erziehungsmaßregeln, Zuchtmitteln und Jugendstrafen können im Jugendstrafverfahren auch Fahrverbot, Entzug der Fahrerlaubnis, Beschäftigungsverbote und Vermögensabschöpfung verhängt werden. Diese Folgen sind manchmal weitreichend und teuer. Welche Regeln gelten da genau? Was muss man dazu wissen, um die Fragen von jungen Menschen beantworten zu können?
In dieser Veranstaltung werden die in der Praxis bedeutsamen sonstigen Folgen von Strafverfahren für junge Menschen fallbezogen dargestellt, außerdem erfolgt eine Zusammenfassung der Regeln für das Führungszeugnis und die Mitteilungspflichten (z.B. wer erfährt wovon bei Straftaten Jugendlicher?).
Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeitende in Jugendämtern, JuhiS/JGH und sonstige Interessierte.
14. Oktober 2026 | Anmeldung zur Online-Veranstaltung
Zusammenhänge zwischen Entwicklungstraumatisierungen und Gewaltstraftaten | Online
In den Lebensläufen von Gewalt- und Sexualstraftätern finden sich immer wieder zahlreiche und sehr schwerwiegende Formen von Traumatisierungen. Dabei handelt es sich typischer Weise um Bindungstraumata. Diese Beobachtung lässt sich nicht als zufällige Koinzidenz interpretieren, sondern deutet auf einen Zusammenhang zwischen den Erlebnissen in der eigenen Kindheit und späterer Gewaltdelinquenz hin. [...]
Das Seminar versucht Gründe für den Zusammenhang zwischen Entwicklungstraumata und Gewaltstraftaten aufzuzeigen und stellt Überlegungen zu einer juristischen Würdigung dieser Traumata an, bspw. im Rahmen einer Verhandlung und gibt Hinweise zu einer Behandlung der Täter unter dem o.g. Gesichtspunkt.
26. bis 27. Oktober 2026 | Anmeldung zur Online-Veranstaltung
Orientierungstag: Der Ablauf des Jugendstrafverfahrens und die Aufgaben der Jugendhilfe im Strafverfahren/Jugendgerichtshilfe | Online
Die Kenntnis über die verschiedenen Stadien/Abschnitte des Jugendstrafverfahrens und der damit verbundenen Handlungsaufträge sind für die Aufgabenerfüllung der JuhiS/JGH von besonderer Relevanz. Ziel der Veranstaltung ist es, die Aufgaben der JuhiS/JGH anhand der Darstellung des gesamten Jugendstrafverfahrens zu beleuchten und die wichtigsten rechtlichen Grundlagen darzustellen:
- Darstellung des gesamten Ablaufs des Jugendstrafverfahrens von Verfahrensbeginn bis Verfahrensende
- Prüfauftrag gem. § 52 SGB VIII
- Rechte und Pflichten der beteiligten Akteure; insbesondere der Jugendhilfe im Strafverfahren
- Rechtsfolgen des Jugendstrafrechts
03. November 2026 | Anmeldung zur Online-Veranstaltung
„Ich musste zum Jugendgericht. Bin ich jetzt vorbestraft?“ – Informationen und Austausch zum Führungszeugnis/Erziehungsregister/Bundeszentralregister und zu Mitteilungspflichten | Online
Die Angst, vorbestraft zu sein, beschäftigt viele jungen Menschen, die Kontakt zur Justiz haben. Das kann sich lähmend auf die weitere Entwicklung und beispielsweise auch auf den Bewerbungsprozess junger Menschen auswirken, wenn sie sich z. B. nicht für Stellen bewerben, für die ein Führungszeugnis verlangt wird. Personen, die diese jungen Menschen unterstützen, kennen oft nur ungefähr, aber nicht genau, die Bedeutung und Funktion der Strafregister, Regelungen zu Auskunftspflichten und -rechten sowie zur Tilgung von Eintragungen. Die Lücke soll diese Veranstaltung schließen.
25. November 2026 | Anmeldung zur Online-Veranstaltung




